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zu deuten. Seine Freundschaft mit Hosius könnte dagegen in ihm einen Spanier vermuten lassen. Die compilatorische Art, die sich in seiner Schrift kundgiebt, verrät vielleicht seinen Aufenthalt in einer Metropole des Wissens, in der ihm reichhaltige Quellen zur Verfügung standen, etwa zu Rom, wofür auch einige, freilich äußerst wenig beweisende Andeutungen 1) in seiner Schrift zu sprechen scheinen.
Ungleich mehr als die Heimat und Lebenszeit des Chalcidius hat die Gelehrten die Frage beschäftigt, ob er ein Heide, Jude oder Christ gewesen sei. Während die Handschriften und ein Kommentar aus dem 12. Jahrhundert ihn als Christen, ja sogar als Kleriker 2) bezeichnen, erhoben sich in späterer Zeit Stimmen, die dieses nicht so ohne weiteres zugeben wollten. Schon Augustinus Justinianus erwähnt die „Objektivität“ des Chalcidius, die oft den Zweifel aufkommen lasse, ob er ein Christ oder Jude 3) sei. Diese „Objektivität“ geht sogar soweit, daß er in seinem Kommentar Lehren verficht, die dem christlichen Glauben direkt widersprechen. Die Ewigkeit der Welt, die Prae-